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Die Airshow der Superlative 2010 in Europa

Im Zweijahresrythmus gehört die Internationale Air & Military Show in Kecskemét – 90 km südöstlich von Budapest – zu den Highlights im Airshow Kalender. Die Erfolgsgeschichte begann Anfang der 90er Jahre, damals noch auf der Taszár Air Base. Seit 1998 findet die Airshow auf der Air Base in Kecskemét statt. 2010 gab es für die Ungarischen Streitkräfte gleich 3 Feierlichkeiten: 100 Jahre Militärische Luftfahrt, 100 Jahre Motorflug und den 30. Jahrestag des Weltraumfluges des Kosmonauten Bertalan Farkas im Jahre 1980.

Neben den 6 bekannten Kunstflugstaffeln (Frecce Tricolori, Turkish Stars, Wings of Storm aus Kroatien, Patrouille Suisse, Breitling Jet Team & Team Iskry) gab es auf der Gästeliste so manche faustdicke Überraschung. Die Ukraine schickte eine Su-27 Flanker und die AN-26 ins Static Display. Die Israel Air Force (IAF) kam mit C-130 Hercules und 2 F-16I Sufa (Sturm) zu den Feierlichkeiten und präsentierte sich in der Bodenausstellung dem Publikum sehr weltoffen. Schon für die Ankunft der Su-27 Flanker und AN-26 hatte sich die Reise in die große südliche Tiefebene von Ungarn gelohnt. Stilvoll wurde die ukrainischen Gäste von 2x MiG-29 und 2x JAS Gripen in Empfang genommen und flogen in Formation über die surrenden Verschlüsse der Kameraboliden. Wow… was für ein seltenes Bild am europäischen Airshow-Himmel. Zu den Highlights im Flugprogramm zählte neben den Kunstfugstaffeln und den zahlreichen westlichen Solo-Vorführungen sicherlich die MiG-21 Lancer der Rumänischen Luftwaffe, die Soko G-4 Super Galeb aus Serbien, MiG-29 aus der Slowakei, Mi-24 Hind in einer rassigen Sonderlackierung und die große Leistungsschau der Gastgeber im schönsten Abendlicht. Aber auch diverse Raritäten der Luftfahrt waren bei den Feierlichkeiten vertreten. U.a. die historische Li-2, ein lizenzierter Nachbau der DC-3, das letzte flugfähige Schätzchen dieses Musters.
Für die 120.000 Zuschauer und die zahlreichen Berichtserstatter aus Nah und Fern waren für die beiden Showtage „Steherqualtitäten“ gefragt. Als um 07:30 Uhr die Tore öffneten und dichter Nebel die Air Base einhüllte, drang durch die Boxen Sade´s Song „By Your Side“. Die Klänge berührten und schnell war man vom Airshow-Feeling gefangen. Hier und heute wird etwas Großartiges geschehen. Ohne große Umwege ging es für die „besten Plätze“ zur Flightline, waren diese doch schneller belegt als so manche Sonnenliege am Urlaubstrand. Wie Popstars rollten später die Jets, Aerobatic-Teams und Raritäten der Luftfahrt vorbei und verwandelten die Air Base in ein Meer von Kerosingeruch und Adrenalin. Während man in den letzten Jahren die Qualität der eingeladenen Gäste stetig steigerte, blieben die Eintrittspreise auf dem Stand von 2003. So kostete die Tageskarte 4000 Forint (HUF), umgerechnet ca. 14 €.

Neben den vielseitigen und exotischen Flugzeugtypen im Static Display, reihten sich Verkaufsstände an Verkaufsstände aller Art. Auch für Speis und Trank wurde bestens gesorgt, so gaben sich die Köche der „Internationalen Spezialitäten“ die Klinke in die Hand, es war ein wahrer Gaumenschmaus. Etwas Pech gab es an beiden Tagen mit dem Vormittagsprogramm. Konnte am Sonntag trotz aufliegender Wolkendecke pünktlich ab 07:50 Uhr geflogen werden, so fiel am Samstag der erste Programmblock für 3 Stunden dem zähen Nebel zum Opfer. Ab Mittag konnten die wärmenden Jacken dann aber gegen die Sonnenmilch getauscht werden, es wurde ohne Pause bis in den späten Abend geflogen.
Den Abschluss im schönsten Sonnenlicht bildeten an beiden Tagen die ungarische Luftwaffe, eine beeindruckende Leistungsschau von 4 xJAS39 Gripen, 2x MiG-29, 1x AN-26, 2x Mi-24 Hind (Hirschkuh) und 1x Mi-8/17. Bei den zahlreichen Dogfights der MiG´s & Gripen`s wurde mit Flares nicht gegeizt und die beiden Hind´s flogen fast mit pausenlosem Einsatz ihrer Maschinengewehre.
Ob die Organisatoren die International Air & Military Show in 2 Jahren überbieten können? Egal, die diesjährigen Feierlichkeiten werden bei allen Enthusiasten noch lange in den Köpfen bleiben. „Kecskemét 2010“ hat die Messlatte der Airshows in Europa auf eine für die nächsten Jahre wohl schwer erreichbare Höhe gelegt! Hier und heute ist etwas Großartiges geschehen. Dafür kann man sich nur mit dem größten Respekt vor den Ungarischen Streitkräften verneigen.

Fotos & Bericht: Jürgen Moll - Airshow Magazin

 

 

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